ein optisch-akustisches Triptychon
Wolfgang Schnitzer - Musik
Michael Armingeon - Installation
Vernissage am Sonntag, 15.1. 2012 um 11:00 Uhr
Begrüßung: Robin Broadfoot
Einführung: Uwe Schüler
Kunstamt - Tresorraum für Elektrische Kunst
Doblerstraße 21, 72074 Tübingen
weitere Termine:
Donnerstag, 19.1.2012 / 20:00-22:00 Uhr
Sonntag, 22.1.2012 / 11:00-13:00 Uhr
Donnerstag, 26.1.2012 / 20:00-22:00 Uhr
Sonntag, 29.1.2012 / 11:00-13:00 Uhr
| Eyjafjallajökull-Vernissage 15.01.2012 |

Visuelle Performance mit Musik
Wolfgang Schnitzer - Idee/Realisation/Visuals
Michael Armingeon - Visuals

Zu live gespielten Ausschnitten aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel projizieren Michael Armingeon und Wolfgang Schnitzer Visuals auf eine mit einem Wasserschild erzeugte Wasser- und Tropfenwand
Dauer: 25 Minuten
Uraufführung: 01. Juli 2011

ein optisch-akustisches Triptychon
Wolfgang Schnitzer - Musik, Michael Armingeon - Installation
Der isländische Gletschervulkan Eyjafjallajökull wurde im April/Mai 2010 bekannt durch einen Ausbruch, der große Mengen von Vulkanasche in die Atmosphäre eintrug. Diese Asche verteilte sich in dem gesamten Luftraum Nordeuropas und beeinträchtigte dadurch den Flugverkehr erheblich.In der Installation Eyjafjallajökull soll an dieses Naturereignis erinnert werden, zeigt es doch auf, wie unsere Kultur von einem "normalen" Funktionieren unserer Umwelt abhängig ist, wie das "Husten" eines Vulkans unsere technische Zivilisation aus dem Gleichgewicht bringen kann.
Dann ist da noch der geheimnisvolle Name "Eyjafallajökull", der Reiz eines widerspenstigen Wortes, das einmal in den Mund genommen sich dem Gesprochenwerden widersetzt.Die Installation Eyjafjallajökull ist dreigeteilt. In 3 musikalischen Sätzen werden an 3 verschiedenen visuellen Stationen die Musikstücke gegleitet. Die 3 Sätze werden durch kurze Interludien verbunden. Nach ca. 12 Minuten ist ein Zyklus zu Ende.
nach Aischylos von Oliver Moumouris
Theaterprojekt des Theaters Lindenhof
Philipp Becker - Regie, Beni Küng - Bühne, Claudia Rüll Calame-Rosset - Kostüme, Wolfgang Schnitzer - Musikalische Leitung, Helmut Kannwischer - Chorleitung
Gesellschaftsmaschine
(Beni Küng - Bühnenbildentwurf)
Schluss-
Szene
(Beni Küng)
PAUSA - Bogenhalle
(Beni Küng)
Ein Ton, eine Schöpfung, eine Welt.
für Musiker, Sprecher, Elektronik und Visuals
Wolfgang Schnitzer - Musik/Konzeption, Michael Armingeon - Visuals, Franz Xaver Ott - Dramaturgie und Szenische Einrichtung
Musiker:
Jochen Feucht - Saxophon / Bassetthorn, Joachim Gröschel - Vibraphon, Arnold Grieshaber - Gitarre und Stefan Barthel - Fagott.
Sprecher:
Linda Schlepps, Oliver Moumouris
Ausschnitte der Uraufführung vom Samstag, 14.09.2007, Eröffung des Kulturherbst 07 in der PAUSA, Mössingen
Monika Emmert, Joachim Gröschel, Martin Schnitzer - Perkussion
Michael Armingeon - Visuals, Wolfgang Schnitzer - Elektronik, Komposition
Eine künstlerische Hommage an unsere Feuerwehr, Beginn 20.30, durchgehend bis 24.00 Uhr Licht- und Klanginstallationen, Trommelklänge, eine rollende Galerie in einem alten Feuerwehrwagen, ein offenes Atelier, Musikimprovisationen, Führungen und Fotoausstellungen: ein Programm für alle Sinne präsentieren Serge Le Goff und andere Künstler auf dem Kelternplatz und im Schlauchturm der Feuerwehr. Im Kelternturm treffen sich Kunst und Wissenschaft bei der Ausstellung "Faszination Universum im Treppenhaus" von und mit Prof. Hanns Ruder, Institut für Theoretische Astrophysik der Universität Tübingen.
Uwe Schüler und Michael Armingeon - Multimediakünstler, Wolfgang Schnitzer - Komponist, Joachim Lehrer und Dieter Löchle - Malerei, Silke Bauer - Musikimprovisation, Helge Rosenbaum und Samba "Offbeat Service", Jördis Drawe - Fotocollagen, Oli Heimburger - Videofilm, Serge Le Goff - Gesamtkonzept.
BÜRGERKUNSTAKTION 1902 Elektrizität in Mössingen 2002
Samstag, 05.10, 20.00 Uhr, Rathausplatz Pyramiden Installation und Kinetische Leuchtobjekte
Lebt in Immenhausen bei Tübingen. Nach dem Studium der Elektrotechnik und Kybernetik Arbeit in der Industrie mit/an Computern - Hardware und Software.
Der tägliche Umgang mit Computern lässt den Wunsch entstehen, das angeeignete Wissen in einem kreativen, spielerischen Kontext einzubringen, es zu verbinden mit der Gestaltung von Lichtskulpturen, es einzusetzen in der visuellen Kommunikation mit Musik.
Lebt in Tübingen. Studium der klassischen Gitarre und Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen. Jazz-Gitarre, Harmonielehre und Arrangement am Jazz Center Vermont/USA, Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Schulleiter an der Jugendmusikschule Steinlach in Mössingen.
Seit 1998 intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Musik und Computer mit Schwerpunkt "Visual Music".
Unsere Projekte sind im weitesten Sinne dem Bereich der Visual Music zu zuschreiben, zumindest ist in allen unseren Projekten die Interaktion von Musik und Visualisierung wichtiger Bestandteil und Ausganspunkt der Komposition. In neuerer Zeit kamen mit Tanz und Schauspiel noch weitere Kunstformen dazu. So sind auch die beiden Werke Maschinen- und Glockensymphonie nicht der klassischen Form der Sinfonie verpflichtet, sondern ausgehend von der griechischen Bedeutung des Wortes Sinfonie "Zusammenklang" ein Miteinander von Musik, Bild, Tanz und Sprache.
Island im Frühjahr 2010:
der Vulkan Eyjafjallajökull speit wochenlang Lava, Dampf und Asche. In Europa werden deshalb 17 000 Flüge gestrichen. Wirtschaftlicher Gesamtschaden rund 1 Milliarde. Statt hektischer Betriebsamkeit zeigen die Fernsehbilder aus Europas Flughäfen gestrandete Reisende, auf Koffern und Feldbetten sitzend, wartend zur Untätigkeit verdammt. Draußen Schlangen von LKWs die ihre Ladung nicht loswerden oder leer auf Lieferung warten: Entschleunigung by nature.
So der Untertitel der Klanginstallation von Michael Armingeon und Wolfgang Schnitzer, die von diesen Bildern zu ihrem Gemeinschaftswerk inspiriert wurden. Visual Music ist ihr Ding. Kein paralleles Spielen von autonomer Musik mit Bildbegleitung, sondern synergistisches Zusammen-wirken beider Medien schon in der Entstehungsphase.
Die Künstler arbeiten seit 2002 zusammen: Performances und Installationen bei den Bürger-kunstaktionen in Mössingen, 2005 die Maschinensymphonie in Reutlingen, 2007 Wasser/Fall im Schlauchturm der Tübinger Feuerwehr, dann - bis heute und sicher auch noch in Zukunft - eine ganze Serie von Aktivitäten mit dem Theater Lindenhof in der Mössinger Pausa.Unter den neueren Projekten seien die Glockensymphonie in der Peter- und Paulskirche Mössingen und letztes Jahr die Wassermusik als Open-Air Performance auf dem Pausa Gelände erwähnt. Das Werk ist inzwischen so umfangreich, dass sich für den Interessierten, ein Verweilen auf der Heimseite der beiden unbedingt empfiehlt: www.notenpixel.de
Wolfgang Schnitzer ist Komponist und Musiker. Schon in den 80ern wurde er elektrisiert und elektrifiziert. Mit Batterien von Gitarreneffektgeräten - die fast gereicht hätten Jimi Hendrix wiederzuerwecken - fing es an. Es folgten die Heimcomputer: für seinem Atari hatte er Sequenzer-programme zum Musik machen und Notationsprogramme fürs Komponieren. Doch die fertigen Anwendungen waren nicht genug. In den 90ern brachte sich Wolfgang Schnitzer das Programmieren bei. Mit Csound, einer Spezialsprache zur Musikprogrammierung, konnte er seine Kompositionen von der Orchestrierung bis zur Klangformung vollständig kontrollieren. Diese Technik setzt er auch heute noch ein (er hat aber auch das händische Spielen an "echten" Musikinstrumenten nicht verlernt, wie man nachher noch hören wird).
Michael Armingeon macht seit den frühen 90ern Kunst mit PCs. Als programmierender Elektronik-Ingenieur war es für ihn nahe liegend, zur Umsetzung seiner künstlerischen Ideen auf das vertraute Werkzeug zurückzugreifen. Es begann mit Computergrafik. Zunächst 2-dimensionale vom Plotter zu Papier gebrachte, visualisierte Algorithmen, dann, als die Rechner schnell genug waren, 3D Grafik und vor allem bewegte Bilder. Auch die Hardware - Elektronik und Mechanik - baut Michael Armingeon selbst, so auch hier rechts der Projektionsfläche das Leuchtschriftobjekt und links diesen Monitor der etwas anderen Art.
Werfen Sie nachher auch einen Blick hinter dieses Objekt, wo hunderte von haarfeinen Drähten und leuchtende Elektronikbauteile mit selbstgelöteten Platinen eine eigene Welt bilden.
Damit sind wir bei der Installation angekommen - dem "optisch-akustischen Triptychon " - wie es die Künstler bezeichnen. Es zeigt 3 Szenen, durch ein Interludium verbunden. Dieses symbolisiert mit synthetischen Erdklängen und grauen Aschenwolken den direkt erfahrbaren, oberirdischen Teil des Vulkanausbruchs. Zunächst tauchen wir in die Erde ein: aufbrausendes Getöse, Rumpeln und Rumoren in der Tiefe. Klangpartikel verteilen sich im Raum. In der 2. Szene verschieben sich, durch Bearbeitung mit einem Spektraldelay, die einzelnen Harmonischen der Klänge in der Zeit.
Die alltägliche Raum - Zeit - Erfahrung wird aufgebrochen, der Rhythmus der Menschenzeit durch den der Gaiazeit ersetzt. In der letzten Szene geht es wieder hinaus. Noch ist die Routine des Alltags nicht voll in Gang gekommen. Die Entschleunigung wirkt nach.
(Einführungsrede zur Vernissage am 15.1.2012)
Zwei verschiedene Herangehensweisen an das Thema "Glocken" standen im Zentrum der Überlegungen. Auf der einen Seite die physikalischen, klanglichen Qualitäten die im Glockenklang enthalten sind, auf der anderen Seite die eher emotional empfundene Symbolik und Bedeutung des Glockenschlags in unserer Kultur. Die Glocke als Symbol der Unterbrechung des Gleichförmigen, als Anfang und Ende, als Zeichen der Besinnung und des Reflektierens.
Diese zwei Aspekte spiegeln sich in der zweiteiligen Großgliederung der Komposition wieder. Der erste Teil mit seinen 8 Szenen nimmt direkten Bezug auf die physikalischen Eigenschaften des Glockenklanges. In der ersten Szene, dem Prolog, werden die Glocken der Stadt Mössingen und ihrer Ortsteile vorgestellt. Es sind dies die Glocken der Peter- und Paulskirche, der Marienkirche, der Martin-Luther-Kirche, der Kirchen in Belsen, Talheim und Öschingen, sowie die Glocke der Johanneskirche in Bästenhardt und die Glocken der Kurklinik in Bad Sebastiansweiler.
Aus den Einzelschlägen der vier Glocken der Peter- und Paulskirche entwickelt sich das komplette musikalische und klangliche Material der folgenden Szenen 2 bis 8. Mittels einer FFT-Analyse wurden die neun stärksten Obertöne der Glocken ermittelt und liegen den akustischen Szenen (2,4,6,8) als Neuntonreihen zu Grunde. Mit verschiedenen seriellen Techniken entstanden dann die einzelnen Kompositionen. Die rein elektronischen Szenen 3, 5, 7 wurden durch Bearbeitung der gleichen Samples mit Hilfe von Algorithmen, die in Csound programmiert wurden, am Computer erzeugt. Hierbei wurden die zuvor aufgenommenen Samples, ähnlich den Techniken der "musique concrète" durch Montage, Schnitt, Veränderung der Geschwindigkeit und Bildung von "Loops", verfremdet.
Der zweite Teil mit den Szenen 9 bis 15, nimmt die alternierende Form von akustischen und elektronischen Abschnitten wieder auf. Die physikalischen Eigenschaften der Glocken spielen hierbei aber für das Tonmaterial keine Rolle mehr. Einzig die von den vier Glocken der PPK-Kirche implizierte Tonalität (e, gis, h, cis) bleibt erhalten. Vielmehr steht nun die musikalische Interpretation der symbolischen Bedeutung des Glockenschlags, das Nachzeichnen von Stimmungen, sowie die reibende Gegensätzlichkeit von Text und Musik im Vordergrund.
Die Glockensymphonie ist ein Projekt , entstanden aus der Begegnung zweier Medien - der Musik und bewegten Bildern. In dieser Begegnung wird versucht, mit den Möglichkeiten die aktuelle Rechner bieten, Inhalt und Struktur der Musik zu visualisieren, daher der Ausdruck Visuals. Der Rechner wird durch die auf ihm eingesetzte Software zu einem Instrument gemacht, das in der Konzertsituation gespielt werden kann. Betätigt der Klavierspieler eine Taste, so erklingt ein Ton, derselbe Vorgang kann beim visuellen Instrument ein optisches Ereignis auslösen, wie das Starten einer Bildsequenz, eine Farbänderung oder das Aufflammen einer graphischen Struktur, und das synchron zur Musik.
Was als visueller Eindruck dann dabei entsteht wird zum einen bestimmt durch die eingesetzte Software, zum anderen aber durch das Wesen der Musik, die da visualisiert werden will. So verlangt eine bestimmte musikalische Struktur eine dazu passende (oder auch kontrastierende) Bildsprache. Die Entwicklung dieser Bildsprache geschieht (ähnlich wie bei einer Komposition) natürlich lange vor der Aufführung, und orientiert sich eben auch an den Bildern und Mythen unserer Lebenswelt.
Als weitere Kunstform kommt in der Glockensymphonie nun noch das gesprochene Wort hinzu, das in der verwendeten Bildsprache einen Nachklang findet, manchmal ein Echo bildet oder Ergänzungen liefert.
Die Glockensymphonie versucht die 3 Komponenten Musik, Sprache und Visuals zusammenklingen zu lassen. Dies geschieht indem die Musik, die im Zentrum steht, in einem Satz von Text, im nächsten Satz von Visuals begleitet wird. In den Visuals soll dann das, was in der Musik geschieht und was vom gesprochenen Wort noch im Raum schwebt in zum Teil verzerrter, geschnittener oder zerhackten Form kommentiert oder weitergeführt werden.
In den Instrumentalstücken werden die Visuals live zugespielt, in den elektronischen Stücken kommen die Visuals von einer zuvor eingespielten Sequenzerspur.
Ausgehend von den konzeptionellen Gedanken, dem Klang der Glocken der Stadt Mössingen und der Peter- und Paulkirche als Uraufführungsort der Glockensymphonie, lag es nahe, die Reinheit des Glockenklanges mit dem wundersamen und funktionierenden Zusammenspiel der Elemente und des Lebens auf unserem Planeten zu verbinden.
Darüber hinaus machen die Auffächerung und das Aufbrechen dieser Glockenklänge in der Komposition immer wieder Leerstellen, Risse und Disparates erfahrbar und lassen uns so sinnlich die urmenschlichen Ängste vom Zerfall erkennen. Dies war der Ansatz innerhalb der Texte nicht nur die Genesis, sondern auch die Gefährdung und die Zerstörung der Lebenswelt bis hin zu apokalyptischen Szenerien aufzugreifen.
Die Texte sind eine Auswahl von Schulaufsätzen neapolitanischer Kinder die von dem Lehrer Marcello D'Orta gesammelt und herausgegeben wurden.
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